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Wie macht man ... (Tricks + Tipps)

Laub für Bäume, Bodenstreu


Kategorie Allgemein | Landschaft, Natur
Anwendung Laub für Bäume, Bodenstreu
Materialbezeichnung Sägespäne, Beize, Siebe
Preiskategorie relativ teuer
Datum 26.10.2008
Verfahren, Anleitung

Klaus M. beschreibt sein Verfahren für die individuelle Herstellung von Laub und Streu aus gebeizten Sägespänen im 1zu160.net-Forum (unten angegebener Link führt zu dem Forumsbeitrag, wo zu den einzelnen Schritten klickbare Bildlinks eingebettet sind):

Sägespäne , z.B. von normaler Kreissäge oder Stichsäge, sammeln, aussieben. Dazu benutze ich 3 große, verschieden feine Siebe (mal bei der Frau in der Küche schauen- aber nicht erwischen lassen) das feinste ist wie ein Teesieb, das gröbste hat eine Maschengröße von ca 0,8mm. Die Sägespäne zuerst nur durch das grobe Sieb sieben.

Holzbeize in verschiedenen Farben Grün, Schwarz, Gelb, Weiss, Rot besorgen, je nachdem welche Farbtöne man beizen möchte. Für den ersten Beizversuch reicht die grüne Beize. Holzbeize in einen Mischbehälter (z.B. abgeschnittene Getränkeflasche) geben, verdünnen ca.1:1 bis 1:3. Falsches Mischungsverhältnis ist nicht schlimm, zu dick braucht man zu viel Beize, die Farbe wird kräftiger, zu dünn wird die Farbe nicht so kräftig, oder man muss noch mal beizen.

Sagespäne in die Beize einrühren (nicht umgekehrt) -- ich nehm dazu die Akkubohrmaschine mit einem aus Draht gebogenem Rührstab -- gibt zuerst einen dünnen Brei, dann einen zähen Brei, dann große Klumpen, bis die Beize aufgesaugt ist. Dann hat man wieder sehr nasse, verklebte Späne. Dann umfüllen in einen größeren Behälter, dicht verschließbar, noch mal Sägespäne dazu und ein paar große Muttern (M10 oder größer), Deckel drauf und jetzt schütteln, was das Zeug hält. Man merkt sofort, ob der Deckel zu ist. Ist er’s nicht, gibt’s ne Riesenschweinerei. Beim Schütteln rühren die Muttern das Sägemehl noch Mal extra durch.

Etappenweise Sägespäne nachfüllen und kräftig schütteln, bis die Späne nicht mehr nass wirken. Wenn man zu viel Sägespäne reingeschüttelt hat nehmen die Späne keine Farbe mehr an (Man sieht bei den Spänen auf der Hand vereinzelte noch helle Späne, dann ist die Mischung am Ende ihrer Deckkraft, wenn die Späne trotz schütteln keine Farbe mehr annehmen).

Hat man zu viel Späne reingemischt, auf keinen Fall Beize nachschütten, sondern die Prozedur wieder von vorne, aber diesmal mit den schon gebeizten Spänen.

Ist man mit dem Farbton zufrieden, die ganze Pampe in einem (Schuh-) karton ausbreiten (ich leg immer noch Küchentücher drunter, dann kann man den Karton mehrmals benutzen) und trocknen lassen. Geht am schnellsten auf einem Heizkörper (ca 1 Tag). Jetzt hat man grünes Belaubungs- und Streumaterial.

Jetzt die Sägespäne sieben. Weils schneller geht, leg ich alle drei Siebe ineinander, das grobe oben, das mittlere in die Mitte und das feine unten. So erhalte ich 4 verschiedene Körnungen. Die ganze Prozedur wiederholt man mit verschiedenen Grüntönen, dazu die grüne Beize mit einem klitzekleinen Schuss Schwarz abtönen. Dann mit einem größeren Schuss Schwarz, dann mit einem Schuss Weiss, mit Gelb, mit Rot usw.

Ich hab ca 10-15 verschiedene Grüntöne, von ganz hell bis fast Schwarz. Dazu Rottöne, Beige, Sandfarbe, Braun für den gepflügten Acker. Die ganzen verschiedenen Farbtöne bewahre ich in leeren 0,5 L-Einwegflaschen auf.

Weitere Anwendungsmöglichkeit: Streu für Strohrollen (1cm Rundholz in ca 4 mm breite Scheiben schneiden, in verdünnten Weissleim tauchen, bisschen auf einem Sieb abtropfen lassen, in beige Sägespäne (geht bei passender Holzfarbe auch ungebeizt) wälzen - fertig. Geht auch mit rechteckigen Strohballen. Die Holzteile vorher noch mit "Strohfarbe" colorieren, sonst sieht man dei Holzmaserung durch.

 

Inzwischen gibt es Nachahmungstäter, die die Erfahrungspalette anreichern können: Die Spaßbahner Roger (Streumaterial) und Carsten (Bäume und Geländegestaltung) haben mit dieser Technik authentische Herbststimmung gezaubert.

Roger beschreibt seine etwas abweichende Technik so: Ich mache es genauso, allerdings spare ich mir das Geklapper  - und verwende stattdessen eine Küchenmaschine... 
Die Späne beziehe ich inzwischen aus einem Sägewerk, wodurch ich eine recht konstante Qualität der Späne erhalte (praktisch nur Kiefer, alles aus der gleichen Maschine).

Einen Zahn sollte man sich aber ziehen: finanziell gespart ist praktisch nichts!  Die Beize ist teuer und nicht gerade ergiebig, wenn man die Späne soweit sättigt, dass das Ergebnis auch reproduzierbar ist. Energiezufuhr zum Trocknen ist erst Recht nicht mehr drin (und m.E. auch nicht sinnvoll, da der Feuchtigkeitsgehalt dadurch zu arg schwanken dürfte). Sparen kann man eigentlich nur, indem man die Beize selber anrührt, was aber nochmal Energie (und Arbeit) kostet...
Na ja, und Arbeitszeit und Platzbedarf darf man ja sowieso nicht rechnen...
Aaaaber was man natürlich hat, ist die "unendliche" Farbpalette, die Industrieprodukte nunmal nicht bereitstellen... das dann aber in meinem Fall mit der Küchenmaschine immer in ca. 100g-Kontingenten von genau einer Tönung!!!

Zwecks Reproduzierbarkeit trockne ich die gesiebten Rohspäne bereits vor dem Beizen ein paar Tage unter konstanten Bedingungen (Heizungsraum). Irgendwann stellt sich ein Erfahrungswert ein um den (konstanten) Zustand zu schätzen (Gewicht des lose geschütteten Spänevolumens).
Die Chargen beize ich dann mit einer durch Versuch ermittelten Menge Flüssigkeit (Beize + Wasser), bei mir sind es immer 150 ml, so, dass zum anschließenden Trocknen untergelegtes Zeitungspapier gerade eben noch etwas von der Farbe annimmt.
Sieben tue ich das Ergebnis bevor es wieder ganz trocken ist, das geht besser, lockert die Späne zum besseren Troknen auf und staubt auch nicht ganz so...
Danach breite ich wieder alles aus und lasse es noch weiter trocknen, bevor ich dann schließlich alles (ohne weitere Siebung) abfülle.

Bezugsquelle

In den Forumsbeiträgen (siehe Links ... im Text und unten) gibt es auch schöne Fotos von Anwendungsbeispielen, die Klaus bzw. Carsten auf dieses Weise realisiert hat. Das Verfahren mag auf den ersten Blick umständlich erscheinen, aber erlaubt Streumate

ca.-Kosten relativ teuer durch den hohen Verbrauch an Beize
Quelle/Entdecker Klaus Mannheimer, Ergänzungen: Roger
Link http://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=297645

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