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Minibastelei

Miniaturisierte Ausstattungsdetails basteln


Bisher enthalten:
1. Beispiel Steuerrad
2. Fenstergitter
3. Dach-Oberlichter
4. Rettungsringe
5. Lastenfahrrad
6. Kopfsteinpflaster
7. Preiserlein in Form bringen
8. Rutsche für Kinderspielplatz

 

 


1. Beispiel Steuerrad


Für die Herstellung filigraner Zurüstteile insbesondere in den kleinen Spuren ist natürlich Ätztechnik erste Wahl; manchmal lohnt sich der Vorbereitungsaufwand aber nicht und es gibt schnellere, preisgünstigere Alternativen. Voraussetzung ist, dass man sich Hilfsmittel ausdenkt, die die notwendige Präzision sicherstellen. Hier das Beispiel eines 6-speichiges Steuerrades mit 5 mm Durchmesser für Spur N:

steuerrad-detail.jpg

steuerrad-herstellung.jpg

Sechs kleine 10mm-Nägelchen sind auf einem 6-strahligen Stern in ein Sperrholzbrettchen schräg eingeschlagen. Im Zentrum ist eine Vertiefung eingeschnitten. 0,5-mm-starken Kupferschaltdraht wird um einen 4,5-mm-Bohrer gewickelt, diese Spirale mit einem scharfen Elektronik-Seitenschneider aufgeschnitten, so dass sich schöne exakte Drahtkreise mit ca. 5-mm-Ø ergeben. Von einer 220V-Zuleitung habe ich ein 15 cm langes Stück abisoliert und eine Einzellitze wie oben gezeigt stramm um die Nägel gewickelt; das Zentrum des Drahtsterns habe ich mit Lötzinn fixiert. Den Drahtring habe ich zunächst mit dem Lötkolben verzinnt, dann ins Zentrum des Drahtsterns gelegt. Mit einem kleinen Holzstempel (ich habe ein 6x6-mm-Leiste genommen) wird der Ring samt Drahtstern in die Vertiefung gedrückt; von der Seite wird der Lötkolben an den vorverzinnten Ring geführt und verschmelzt Ring mit Drahtspeichen. Überstehende Drahtenden kappen, mit schwarzem Edding "lackieren" und das Steuerrad kann sofort mit dickflüssigem Sekundenkleber montiert werden.

 

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2. Fenstergitter


In ähnlicher Weise mit angepassten Hilfsmitteln habe ich Fenstergitter gebaut. Die Technik ist natürlich übertragbar für viele Anwendungen: Dachgepäckträger, Spriegel für Lkw, Gewächshaus, Dachlichter und so weiter. Einen Maschendrahtzaun sollte man sich mit dieser Bauweise nicht zumuten  ;-)   sinnvoll ist die Technik dort, wo es sich um relativ kleine Einzelteile in kleiner Stückzahl handelt.

fenstergitter.jpg

Die Präzision ist noch nicht ganz so, wie sie sein könnte. Der Prototyp ist sehr schnell bearbeitet. Für eine Kleinserie würde man entsprechende Kerben für die Wicklungen mit der Laubsäge einsägen, so dass die gewickelten Drähte sicher ihre Position halten.

 

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3. Dach-Oberlichter


Für eine Lagerhalle benötigte ich mehr als 20 Dach-Oberlichter - im Original mit ca. 1,50 Meter Kantenlänge. Die Lichtkuppeln dafür habe ich aus Blisterverpackungen heiß verformt, die Sockel sind 4-mm-Abschnitte von einem 10x10-mm-Alu-Vierkantrohr.

Zunächst habe ich "Werkzeuge" her- bzw. bereitgestellt:

Werkzeug zum Verformen

In eine Multiplex-Sperrholzplatte ist eine Mulde mit ca. 8 mm Durchmesser eingeschliffen. Der selbe Schleifkörper wird später als Gegenform benutzt. Der Schraubenschlüssel dient zum Niederhalten des Kunststoffes während des Erwärmens und beim Drücken der Mulde.

Der Vorgang: Kunststoff von Blisterverpackungen wird über die Mulde gelegt, mit der Heißluftpistole kurz erhitzt (Fön müsste auch reichen; es ist nicht viel Hitze erforderlich -- nur ca. 70 - 80 Grad C.) und mit dem Schleifkörper in die Mulde gedrückt.
Als Sockel für das Dachlicht dienen 4-mm-Abschnitte von einem Alu-Vierkantrohr 10 x 10 mm. Darauf wird das verformte Kunststoffstück mittig mit Sekundenkleber aufgeklebt.
Beim genaueren Hinggucken sah ich, dass die Ränder der Kunststoffhaube im Original leicht überstehen; außerdem muss die Lichtkuppe von innen (!) mit einem Hauch weißer Farbe besprüht werden, um den Milchglaseffekt zu erzeugen. So sieht also der korrigierte Prototyp aus -- u.a. auch mit grau lackiertem Sockel:

Oberlichter-Produktion

Für kleinere Oberlichter lässt sich das Verfahren mit 6-mm- oder 8-mm-Vierkantrohr entsprechend anwenden.

 

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4. Rettungsringe


0,7-mm-Kupferdraht um einen 2,5-mm-Bohrer eng gewickelt, "Spirale" abgezogen, mit Elektronik-Seitenschneider an einer Stelle aufgetrennt, so dass viele kleine Ringe entstehen, die an der Nahtstelle verlötet werden, mit Leuchtfarbe orange gestrichen.
Ein Anwendungsbeispiel sieht dann so aus:

Rettungsringe an einer Schubeinheit

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5. Lastenfahrrad in Spur N


Lastenfahrrad auf Basis eines Bausatzes von Ndetail (Ätzplatine aus Neusilberblech, gelötet):

Lastenfahrrad von Ndetail
Die Vorderräder wurden erst farblich behandelt und dann am Lastkasten mit Sekundenkleber befestigt. Die Pedalen wurden nach dem Biegen verzinnt, um sie vor Abbrechen zu schützen; damit der Sattel das notwendige Volumen bekommt, wurde er seitlich mit Lötzinn "aufgefüttert" ... ebenso der Scheinwerfer an der rechten Vorderkante.


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6. Kopfsteinpflaster herstellen


Um Kopfsteinpflaster nach der Methode "Alfred Bernschneider" herzustellen, benötigit man zunächst ein Stempelwerkzeug:
Prägewerkzeug für Pflasterung
In einen Messingstab 3 x 1,5 mm wurde mit einem 1.0-mm-Bohrer ein Loch ca. 0,3 mm tief gebohrt, anschließend mit einem klein Kugelfräser rund geschliffen. Der Stab wurde dann an der Vorderkante schräg angeschliffen, so dass die Stempelaußenmaße 1,5 x 1,5 mm betragen.
Mit diesem Stempelwerkzeug wurde dann in die mit Moltofill gespachetelte Straßentrasse das Pflastermuster gestempelt. Anschließend mit wässriger schwarzer Acrylfarbe gestrichen, so dass die Farbpigmente sich vornehmlich in den vertieften Rillen absetzen. Das ERgebnis sieht dann ungefähr so aus:
Kopfstein-Pflasterstraße
Das Verfahren ist aber viel ausführlicher in dem entsprechend Workshop bei Alfred Bernschneider beschrieben



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7. Preiserlein in Form bringen


Für die Darstellung bestimmter Situationen ist es oft schwierig, genau die Preiserlein zu finden, die man dafür braucht. Ich habs mal probiert: Lötkolben mit Bleistiftspitze in einen Schraubstock eingespannt und auf 200 Grad eingestellt. Preiserlein, das annähernd der gewünschten Haltung entspricht, mit einer Spitzzange gepackt und mit einem Hauch Abstand an die Lötkolbenspitze gehalten; dann beherzt mit einer guten (!) spitzen (!) Pinzette das zu verformenden Gliedmaß gepackt und in Position gebogen. Zum Teil sind mehrere Vorgänge notwendig, bis alles passt. Das Resultat sieht dann z.B. so aus:
Verformte Preiserfiguren
Verformte Preiserfiguren
Das Ergebnis ist für mein Empfinden okay (so groß und detailliert wie hier im Foto wird man es auf der Anlage nie zu sehen bekommen; die gesamte Draisine hat eine Länge von 16 mm!). Bei beiden Preisern musste die Beinhaltung korrigiert werden und die Arme waren ebenfalls nicht auf gleicher Höhe, wie es für diese Situation erforderlich war.

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8. Rutsche für Kindespielplatz in Spur N


Material: Messingdraht 0,4 mm aus dem Bastelbedarf, ein Streifen Neusilberblech 0,2 mm stark (Reststreifen von Ätzplatine.

Zunächst den Messingdraht, der von der Rolle kam, gereckt, damit er einigermaßen gerade wurde und die zwei Grundstreben auf einem schmalen Pappelholzsperrholzstreifen befestigt; dann Messingdraht in den benötigten Abständen stramm um das Brettchen gewickelt. In das weiche Pappelholz schneidet sich der Draht, wenn man/frau stramm genug gewickelt, ein, so dass er nicht mehr verrutscht:

Bau einer Rutsche

Dann die "Leiter" kräftig mit Flussmittel/Lötöl eingepinselt, mit einem Holzklötzchen eine Stiegenseite angepresst und über die gesamte andere Seite mit dem Lötkolben (dicke Spitze, höchste Temperatur), der zuvor mit Lötzinn benetzt wurde, übergestrichen. Wenn durch die silbrige Verfärbung erkennbar ist, dass alle Streben dieser Stiegenseite Lot angenommen haben, Holzklötzchen wegnehmen, Vorgang auf der anderen Seite wiederholen. Das Ergebnis sollte dann so aussehen:
Bau einer Rutsche

Noch einen Hinweis: Die Konstruktion wirklich erst von der Unterlage lösen, wenn sicher ist, dass alle Lötstellen halten; nach dem Lösen geht nix mehr mit Löten oder Nachbessern!

Nun kann die Grundkonstruktion mit dem Elektronikseitenschneider von der Unterlage gelöst werden und die überstehenden Drähte werden abgeknipst und die Kanten mit einer feinen Feile versäubert:
rutsche3.jpg

Der in Breite und Länge (mit einer scharfen Schere) zurecht geschnittene Neusilberstreifen wird auf das Holzbrettchen gelegt, wieder mit Flussmittel eingepinselt und die Drähte des Gestells werden darauf gegelegt und wiederum mit einem Holzklötzchen angedrückt. Dann habe ich erst die untere Hälfte der Rutschfläche gelötet, anschließend unten angepresst und die oberere Hälfte gelötet:
Bau einer Rutsche

Nun musste nur noch das Gestell in Form gebogen werden und ich habe die Trittstufe zwischen Leiter und Rutsche zurechtgeschnitten und mit Sekundenkleber eingepasst:
Bau einer Rutsche

In ähnlicher Weise kann man Klettergerüst, Schaukel, Wippe, Karussell und Ähnliches bauen.

Es geht darum, sich Verfahren und Hilfsmittel auszudenken, wie man Lötstellen auf engstem Raum "in einer Rutsche" löten kann; denn nacheinander geht nicht, weil sich bei der zweiten Lötstelle die erste wieder löst. "Sekundenkleber" geht nicht, habs probiert: klebt nicht sicher genug... spätestens beim Schleifen ist Sense. Löten ist in diesem Falle der wahre "Sekundenkleber".
Der nächste Punkt: das Löten selbst! Kein Radiolot mit integriertem Flussmittel, sondern gesondertes Flussmittel! Kein Lot an der Lötstelle zuführen, sondern nur mit dem Lot auf der Lötkolbenspitze arbeiten. Sehr heißer Lötkolben ... und das Lot wird von den mit Flussmittel benetzten Teilen regelrecht aufgesogen.
Ich vermute mal, dass viele so ihre Horrorerfahrungen mit dem Löten haben: man brät auf der Stelle rum, dicke Kleckse Lötzinn überall, aber nicht da, wo was verbunden werden soll ... wenn man mit Radiolot arbeitet, muss die Lötstelle vorher gut entfettet und gesäubert sein (Waschbenzin, Prilwasser, Glasfaserradierer, Schleifen ...) ... bei Flussmittel kann man sich das schenken ... da säubert man hinterher um Flussmittelreste abzuspülen. Ein guter Lötkolben, besser noch eine Lötstation, bei der man die Temperatur regeln kann und austauschbare Spitze verfügbar sind, sorgt für den Rest.

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Tipps, Tricks und Informationen für anspruchsvolle Modellbahner

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