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L-Anlage mit einem End-Bf. (Spur Z)

L-Anlage mit einem End-Bf. (Spur Z)

Ich werfe noch einen Stein ins Wasser. Den folgenden Plan für Spur Z hatte ich bereits in die Gleisplan-Datenbank eingestellt. Der Bahnhof ist weitestgehend dem Bahnhof Kusel im Zustand von 1902 nachempfunden. Mit der Drehscheibe zum Umsetzen und Wenden der Loks hat der Bahnhof seinen besonderen Reiz. Den wird man nur bedingt diskutieren können ... denn der sah wirklich so aus. current/wink

http://www.moba-trickkiste.de/images/stories/gleisplaene3/kusel_end-bf_Z_oben_kl.jpg

Was mich in der Diskussion interessiert, sind zwei bis drei andere Fragen:

1. Sinnvolle oder reizvolle Epochen für Nebenbahnmotive: Wenn ich Anlagen entwerfe, kommt dabei fast immer etwas zwischen Epoche I und früher Epoche III heraus. Epoche IV bis VI würde heißen: die Güterabfertigung der kleinen Bahnhöfe ist zur Bedeutungslosigkeit verkommen, entsprechende Gleisanlagen sind zurückgebaut, Wendezüge oder Triebwagen erfordern keine Umsetzmöglichkeit bei Endbahnhöfen, die Gebäude sind verfallen, abgerissen oder umgenutzt... sofern die Nebenstreke überhaupt noch existiert und nicht bereits stillgelegt ist. Ist das so zutreffend charakterisiert oder übersehe ich da etwas?

2. Point-to-Nirwana-Anlage: Dass der Schattenbahnhof die Funktion der »großen weiten Welt« im Anlagenkonzept übernimmt, ist legitim und und normal. Bei Point-to-Point-Anlagen unter begrenzten Platzbedingungen ist es oft so, dass die Endbahnhöfe optisch zu dicht beieinander liegen. Haltet ihr es für vernünftig, dann konsequent zu sagen: ich konzentriere mich auf einen Bahnhof, der ohne Kompromisse durchgestaltet wird, der andere »fiktive« Endbahnhof wird ins Schattenreich verbannt? ... damit ausreichend Möglichkeiten zum Rangieren vorhanden sind, ließe sich ja – wie im gezeigten Beispiel – ein Industriegleisanschluss vorsehen, der über besser ausgebaute Gleisanlagen verfügt, die fast schon wie ein kleiner Bahnhof aussehen; der Unterschied wäre für mich, dass die räumliche Nähe dieses Gleisanschlusse zum Bahnhof nicht unglaubwürdig wirkt.

3. Wenn der Schattenbahnhof eine Wendeschleife hat, bedeutet das, dass die Züge zwar mit Lok voran zum Endbahnhof zurückkehren, aber eben komplett gewendet und nicht – wie das in der Realität der Fall wäre – nur mit umgesetzter Lok. Würdet ihr da ein Auge zudrücken ... oder eher den Schattenbahnhof als Fiddleyard auslegen, bei dem ein Umsetzen der Lok stattfindet?

Der Schattenbahnhof sieht in der bisherigen Planung so aus:

http://www.moba-trickkiste.de/images/stories/gleisplaene3/kusel_end-bf_Z_unten.jpg

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Re: L-Anlage mit einem End-Bf. (Spur Z)

Danke für die interessanten Fragen! Na dann:

1. Die Wahl einer Epoche von III abwärts als die Vielversprechendste für Nebenbahnbetrieb scheint mir weitgehend Konsens. Aus guten (den erwähnten) Gründen. Nun bin ich aber Fan der Epoche IV, weil da eben meine Kindheit reinfällt. Natürlich gibt es genug Modellbahner die eine historische Epoche darstellen, die weit vor ihrer Geburt liegt. Die Mehrzahl scheinen mir aber diejenigen, die ihre Kindheit im Modell nachbauen wollen (vielleicht habe ich Unrecht). Wenn dem so ist, könnte die Epoche III bald ihre Übermacht verloren haben. Güterabfertigung kann aber auch in der Epoche IV dargestellt werden, ebenso Industrieanschlüsse (auch wenn die stillgelegte Nebenbahn sicherlich das "realistischste" Motiv wäre...). Der Gütertransport auf Nebenstrecken wird sich dann allerdings auf wenige spezielle Güter, wie z.B. Holz, beschränken. Der kleine Güterschuppen wird wohl eher verfallen sein. Aber das hat doch auch seinen Reiz. Die Gleisanlagen kann man ja trotzdem etwas grosszügiger anlegen, auch wenn nur Triebwagen fahren.  Oder man geht gleich in die Gegenwart. Kein Güterverkehr, aber für Pendler regenerierte Nebenbahn mit modernen Triebwagen. Ist natürlich was ganz anderes. Hat aber auch was, genauso wie z.B. das Motiv Strassenbahn.

2. Ein einziger Bahnhof scheint mir in diesem Fall eindeutig das bessere Konzept. Als Fan von Triebwagen würde ich allenfalls noch einen kleinen (Bedarfs-)Haltepunkt einplanen. Und für die Güterabfertigung den Industrieanschluss.

3. In der Realität wir der Güterzug doch wohl weder exakt identisch noch komplett gewendet zurückkommen sondern etwas unterschiedlich zusammengestellt, und vielleicht mit ein paar Wagen mehr oder weniger (oder irre ich?). Ich würde die Frage nach Wendeschleife deshalb nicht von der Frage der Vorbildnähe abhängig machen.

Frohe Weihnachten!

B.

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Re: L-Anlage mit einem End-Bf. (Spur Z)

Hallo jaffa,
den Bahnhof finde ich soweit in Ordnung. Lediglich ein Güterschuppen sollte noch vorhanden sein. Ob man dann die "üblichen Anwohner" wie Kohlehandlung, Lagerhaus, Baustoffhändler etc. mit einbaut, bleibt jedem selbst überlassen.

Der Industrieanschluss sieht, gemessen an der Größe des Industriebetriebs, ein wenig überdimensioniert aus. Auch die Entlademöglichkeiten sind eher dünn. Man könnte z.B. auch noch ein Gleis auf die Straßenseite des Gebäudes verlegen um dort bei Bedarf die für den Straßentransport vorhandenen Rampen für die Bahn mitzuverwenden.

Zu 1
In Epoche vier gab es auch noch kräftig Gütertransport. Ich habe bis 1989 selbst Stückgut für die Bahn gefahren. Da gab es noch Güterabfertigungen und Expressgut. Auch Wagenladungsverkehr war da noch keine Seltenheit.

Zu 2
Schließe ich mich Benjamin an. Ein Bahnhof ist genug.

Zu 3
Da ich ein Fan von Fiddle Yards bin, käme für mich weder ein Schattenbahnhof, noch eine Wendeschleife in Frage. Man hat mit einem FY viel mehr Möglichkeiten in der Zugbildung. Ist aber Geschmackssache. In wie weit ein Fiddle Yard bei Spur Z Sinn machen würde, kann ich mangels Erfahrung mit 1:220 nicht beurteilen.

Was mich persönlich an dem Entwurf noch etwas stört, sind die "Tunnel - Mauselöcher" sowie die abzweigenden Weichen auf freier Strecke.

Dafür sieht der Bahnhof gut aus. Über ein Gleis mehr oder weniger sollten wir uns hier nicht aufhalten. Das soll jeder machen wie er es für richtig findet.

Gruß Martin

Modellbahn ist immer ein Kompromiss - machen wir das Beste daraus.

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Re: L-Anlage mit einem End-Bf. (Spur Z)

Martin schrieb:

Da ich ein Fan von Fiddle Yards bin, käme für mich weder ein Schattenbahnhof, noch eine Wendeschleife in Frage. Man hat mit einem FY viel mehr Möglichkeiten in der Zugbildung.

Ich sehe das auch so wie Martin. Exakt so habe ich das 1991 bei meiner Spur N Anlage gelöst. Der zweite Endbahnhof liegt nicht im Schatten, sondern an gut zugänglicher und einsehbarer Stelle unter der Anlage (der weisse Bereich im Bild unten).

http://k.f.geering.info/modellbahn/meineanlage/bilder/seldwyla_rohbau.jpg

Auch Benjamins Ausführungen "jeder will die Eisenbahn seiner Jugendzeit nachbilden" teile ich. Seine Gedanken zur Ep.IV finde ich daher sehr bemerkenswert.

Felix

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