So, hier die mit den Vorschlägen von Micha korrigierte Planvariante:
Ein kleines Problem gab es beim Einfügen der Kurvenweichen: die Weichen R4/R3 hätten den Scheitelpunkt der Bögen weit nach vorne verlagert und die Bögen im sichtbaren Bereich wären dadurch deutlich enger geworden. Deshalb habe ich dann doch die Weichen R2/R1 genommen. Da dieser Radius aber nur auf 2 Gleislängen im verdeckten Bereich auftaucht, schien mir dieser Kompromiss akzeptabel. Insbesondere rechts konnte der sichtbare Bogen dadurch noch sanfter ausfallen.
Andere kleine Korrekturen: Die Straße rechts und das Empfangsgebäude sind sich beim Klappen jetzt nicht mehr im Weg; der Bahnhof samt allen angeschlossenen Anlagen ist ein wenig nach unten gerückt, so dass zwischen Bahnhof und Kulisse noch Platz für eine Zufahrt bleibt. Diese Zufahrt steigt ebenso wie die von der Ladestraße nach links zum Anlagenrand hin an, so dass auch hier eine etwas breiteres Stück der ICE-Trasse verdeckt wird.
Hallo Micha,
vielen Dank für deine konstruktiven Anregungen! Erst durch deinen Hinweis wird mir klar, dass es auch "Zwitterstrecken" gibt, bei denen auf den ICE-Strecken zusätzlich Nah- und Güterverkehr stattfindet. Bei unserer Nord-Süd-Rennstrecke Hannover-Würzburg ist das nicht so.
Dann sind deine Korrekturvorschläge unter betrieblichen Aspekten natürlich goldrichtig.
Ich hatte zudem einen kleinen Fehler eingebaut: Empfangsgebäude linkes und Stadtstraße rechts kommen sich, so wie eingezeichnet, momentan höhenmßig ins Gehege.
Ich werde insgesamt noch einmal ein Update zeichnen.
Hallo Stefan,
das sieht doch schon ganz gut aus. Du unterliegst nicht der Verlockung, deine Anlage mit Gleisen zuzupflastern und lässt viel Raum für Landschaft.
Dabei kippt deine Planung aber fast ins Gegenteil: du knauserst so mit Gleisen, dass der Betrieb nicht sehr viel Abwechsung bietet.
So wie deine Planung momentan aussieht, kannst die zwei Personenzüge plus einen kurzn Güterzug auf der Anlage fahren lassen ... mit Blockstellen eventuell noch einen Zug mehr. Viel Platz und Möglichkeiten für Rangiertätigkeit gibt es auch nicht. So würde ich z.B. bei dm Sägewerk auf jeden Fall noch eine zusätzliches Stumpfgleis vorsehen. Und dem Bahnhof würde ich neben dem Stumpfgleis am Güterschuppen noch ein Freiladegleis gönnen. Eventuell auch ein weiteres Durchgangsgleis, damit Rangierarbeiten im Bahnhofsbereich nicht Zugkreuzungen und Überholungen behindern.
Den Schattenbahnhof solltest du auf jeden Fall gleich mit planen, um etwas mehr Abwechslung zu ermöglichen. Du könntest jeweils in den Tunnelstrecken eine Weiche setzen und über den gesamten Winkel mehrere Schattenbahnhofsgleise einplanen.
Den Schattenbahnhof im Nachhinein zu bauen, ist in der Regel recht mühsam, weil du dich in verdeckten Bereichen "Untertage" bewegen musst.
Ich hatte doch heute noch Zeit genug, meine Vorstellungen zu skizzieren:
Zum Szenario: während die ICE-Strecke inzwischen an der Stadt vorbeiführt, scheint in Altstätten selbst die Zeit still zu stehen. Der Bahnhof sieht immer noch so aus, wie er in Epoche III ausgestattet war; Grund für den Erhalt dieser Nebenstrecke mit ihrem Endbahnhof ist im Wesentlichen die ortsansässige Brauerei, die mit einer Verlagerung ihres Produktionsstandortes gedroht hatte, wenn der Bahnanschluss nicht erhalten bleibt ...
Alle aus der Ebene herausragenden Gebäude sind so angeordnet, dass sie beim Zusammenklappen der Anlagenhälften sich nicht gegenseitig behindern; sie können also ggfs. die maximaler lichte Innenhöhe von 140 mm nutzen.
Die Zufahrt zur Ladestraße kaschiert links den Bogen der 2-gleisigen Strecke, während rechts eine (abnehmbare) 4-spurige Stadtstraße den gleichen Zwecke erfüllt.
Geplant wurde mit Minitrix-/Roco-Gleisgeometrie unter Verwendung von 15-Grad-Weichen, lediglich die doppelte Gleisverbindung im verdeckten Bereich ist von Kato oder Tomix.
Lok-N-Michael hat es angesichts unser sprühenden Kreativität offensichtlich die Sprache verschlagen
Morgen will ich mal die Kofferllösung zeichnen. Mir schwebt vor, im hinteren, durch eine Kulisse verdeckten Bereich, nicht nur die ICE-Strecke unterzubringen, sondern auch einen Schatten-Bf. für die Nebenbahn. Evtl. bekommt die gar keine geschlossene Ringstrecke.
Carste-N schrieb:
... hier ist der »Achterbrucher«
Hallo Carsten, das mit dem »Achterbrucher« ist offensichtlich wörtlich zu nehmen ... denn bei diesem Entwurf hast du die Acht in zwei Teile zerbrochen.
Die Idee hat Charme! ... und immerhin gelingt es, mit dem ICE-Strecken-Fake eine stimmige Geamtanmutung zu erzeugen. Tücken sehe ich allerdings auch bei den Bergen über den ICE-Tunnelstrecken. Abnehmbar müssen sie ja sowieso sein, wegen der Zugänglichkeit dieser Bereiche. Ein aufblasbares Gebirge sollten wir frühestens am 1.4. in Erwägung ziehen.
Dein Anlauf bringt mich auf eine weitere Lösung: einen Koffer bauen! ... eine Anlage in der Kiste, bestehend aus zwei klappbaren Kofferhälften, Außenmaße jeweils 175 x 80 x 8 cm.
Der Boden bestünde aus einer 10-mm-starken Sperrholzplatte, drei Seiten jeder Kofferhälfte hätten einen aufgesetzten Rahmen aus 70 x 10 mm Sperholzstreifen.
Man könnt bei diesem Anlagenkonzept eine netto-Fläche von 348 x 78 cm verplanen.
Die Anlage enthält ein großes doppelgleisiges ICE-Strecken-Oval, das seitlich und in der hinteren Hälfte durch Bäume und Gebäude kaschiert wird. Im kschierten hinteren Bereich gibt es eine doppelte Gleisverbindung, damit der ICE-Gleis und anschließend Richtung wechseln kann.
Im Inneren gibt es einen kleinen Nebenstreckenbahnhof und einen Gleisanschluss. Durch die relativ großzügige Gesamtlänge von mehr als drei Metern kann man da noch etliches zaubern.
Wenn man die Anlage sorgfältig plant und dabei Gebäude und Buwerke auf der linken und rechten Kofferhälfte jeweils versetzt anordnet, können Gebäude und Bauwerke bis zu 14 cm hoch werden.
So weit die gedankliche Skizze. Mal schaun, wann und ob ich Zeit findes, das in einen Entwurf zu übersetzen.
P.S.: Klar scheint mir insgesamt, dass bei den restriktiven Vorgaben hinsichtlich der Maße, Epoche sowie ICE plus Nebenbahn alles, was wir hier an Überlegungen anstellen, mit sehr vielen Kompromissen verbunden ist und nahe an der Quadratur des Kreises ist. Aber wir lieben ja sportliche Herausforderungen.
Wenn du sparsam mit den verfügbaren 16 cm Höhe umgehst und nicht zu viel für den Unterbau verdaddelst, dann könnte auch so etwas, wie hier gezeigt, mit 2 Ebenen klappen:
Aber das ist Nebenstrecke pur ... und eigentlich eher Epoche III/IV. Ein ICE kann sich da bestenfalls mal hin verirren.
Der Schattenbahnhof hinter der Kulisse muss sich zwangsläufig in einer etwa 2,5-prozentigen Steigung befinden, damit das Konzept klappt. An einer Stelle beträgt die Steigung knapp 5 Prozent, ansonsten bleibt es bei moderaten 3 Prozent.
Die Kulisse könnte man ruhig höher als 16 cm machen, damit wirklich eine optische Trennung da ist ... und steckt die Kartonkulisse nur bei Betrieb ein.
Ich würde das anders machen, als du es planst! Ich würde die Platte etwas stärker wählen (12 mm Sperrholz) und würde obendrauf einen Rahmen aus 10 mm Sperrholz leimen und schrauben, der hinten und seitlich 10 cm hoch ist und vorne 3 cm.
Dann verlierst du von den 160 mm Höhe nur 12 mm und kannst noch ohne Knirschen in zwei Ebenen planen.
Da die Platte ja mit Filzgleitern am Boden aufliegt, spielt die Verwindungssteifigkeit keine so große Rolle.
Phil schrieb:
Die innerliche Unruhe lässt das einfach nicht zu. Irgendwann mag ich ja auch gerne mal anfangen.
Dann fang an! ... nicht mit dem Bauen, sondern mit dem Planen! Ein guter Gleisplan muss reifen wie guter Wein; Eile hilft dir da nicht, sonst hast du bestenfalls Fruchtsaft und es fehlt das Hochprozentige.
Ich weiß nicht, was deine Erwartung an dieser Stelle ist? ... dass dir hier jemand mundgerecht einen fertigen Gleisplan mit Stückliste liefert?
Das kann mal passieren, wenn es einen der Gleisplanungs-Virtuosen in den Fingern juckt und packt. Aber du darfst dich nicht darauf verlassen und musst schon deinen Teil dazu beitragen, dass es bei uns anfängt zu kribbeln.
Sascha schrieb:
Der User Carste-N hat im Spassbahner-Forum (ich weiß nicht, ob Jürgen das so gerne sieht, wenn ich einfach den direktlink hier einfüge) eine Anlage vorgestellt, die wirklich interessant aussieht.
Hallo Sascha, bitte den direkten Link einfügen! Das ist hier nicht nur nicht verboten, sondern ausdrücklich gewünscht. Dieses kleine "Spezialforum" behandelt nur einen kleinen Ausschnitt der Modellbahn-relevanten Themen und ist auf "friedliche Koexistenz" und Kooperation mit anderen Foren angewiesen.
... und an Michael: Sascha beschreibt es 100%-ig korrekt! ICE/Epoche V/VI und Nebenstrecken-Bf. gehen nicht zusammen. Wenn der ICE unverzichtbar ist, dann würde ich es wie Manuel halten: Die Haupstrecke ist gesperrt, weil wegen umgestürzter Bäume die Oberleitung defekt ist, und deshalb wird der ICE umgeleitet.
Denn auch das, was Sascha in seinem jugendlichen Übermut
vorschlägt, sprengt für mein Empfinden schon die Möglichkeiten dieser Fläche bei 16 cm Höhe: zwei getrennte Systeme (Hauptstrecken-Oval oder Acht plus Nebenstrecke mit Bahnhof) wird krampfig – zumal, wenn man nicht in die Höhe ausweichen kann.
Auch die Bemerkungen von Sascha zu den Güterverkehren in Epoche V/VI sind korrekt; aber da finde ich, könnte man ein Auge zudrücken, wenn man an dem Bahnhof ein umweltbewusstes, auf Nachhaltigkeit bedachtes Unternehmen ansiedelt, das den in den späten 70er Jahren stillgelegten Gleisanschluss nicht nur reaktiviert, sondern auch noch großzügig ausgebaut hat ...
Für den ICE braucht man eine Oberleitung, d.h. ab Gleisoberkante müssen ca. 65 mm Luft bleiben ... bleiben weniger als 10 cm für die Anlage. Da geht nicht mal mehr ein "klassischer" Modulkasten von 10 cm Höhe, sondern nur noch eine Platte, die man hinten und seitlich mit Spanten nach oben versteift.
Die thematischen Aspekte stellen sich anders dar, wenn du dich von der "Modellbahn" (= am Vorbild orientiert) verabschiedest und eine "Spielbahn" baust (= alles was Spaß macht und betriebssicher ist, ist erlaubt).